Ich bin dann mal weg!

Thomas Muhmenthaler

Inhaber, SwisSolution Retail & Trade

Sie stehen vor der Türe – die Sommerferien. Die Rekrutierung ruht. Zuerst ist die Linie in den Ferien und anschliessend ist HR weg. «Wir machen mit den Interviews im September weiter – bitte informieren Sie entsprechend», meldet sich HR. «Die lassen mich in der Luft hängen! » höre ich von Kandidaten. Eine sorgfältige Planung beim Projektstart mit Definition, welche Stellvertreter bei Abwesenheiten Entscheidungen fällen, ermöglicht allen geruhsame Ferien und Konstanz im Rekrutierungsprozess.

Lydia Simon

Human Resources, KIKO Swiss SA

Einerseits sollte diese Aussage nicht nur im Zusammenhang mit den Sommerferien gemacht werden. Stelleninhaber die sich in ihrer Funktion oder Position nicht mehr wohl fühlen, sollten sich jederzeit fragen, ob sie sich beim nächsten Gespräch mit ihrem Vorgesetzten trauen zu sagen: „Ich bin dann mal weg!“ Andererseits gilt für uns im HR grad während der Ferienzeit, dass Rekrutierungen vorangehen, auch wenn bei uns «mal jemand weg» ist.

Martin Güdel

CFO, Aryzta Food Solutions Schweiz AG

Der Weggang einer Mitarbeitenden/eines Mitarbeitenden hinterlässt immer offene Aufgaben, Zusatzbelastung für andere wie auch ein Know-how Verlust generell. Die Rekrutierung ihrerseits verlangt von den Vorgesetzten wie auch von der HR Abteilung eine unmittelbar nach Bekanntwerden eines Austrittes sehr aktive Zusammenarbeit. Als sowohl in der operativen Linie tätiger Vorgesetzter wie auch der HR Abteilung hat der Start der Rekrutierung höchste Priorität. Die Suche soll so rasch als möglich starten, hierzu benötigt es gute Stellvertreter – Regelungen in den einzelnen Abteilungen, eine übergreifende Ferienplanung aber auch die Hands-on Mentalität aller Beteiligten. Am wichtigsten aber klar der Wunsch und die Absicht, die Lücke rasch zu schliessen, um wieder mit einer verstärkten Mannschaft den Alltag bewältigen zu können. Die Zeit der Einarbeitung und des Aufbaus von verlorenen Wissen benötigt viel Zeit, welche am Anfang der Rekrutierung nicht verschenkt werden darf. Die Zusammenarbeit der Linie mit den Verantwortlichen wird hier klar gefordert. Die guten Leute auf dem Markt müssen schnell auf uns aufmerksam werden, also geben wir Gas.

Leserkommentare

Beck

02/07/2016 15:10

Aus Personalmarketing Sicht ist die Ferienzeit die kritische Zeit-Zone, wo viel Unternehmens Reputation gewonnen oder verloren wird. Dieser Wirkung sind sich wenige Unternehmen bewusst. Denn hier entsteht ein Bild der Arbeitgebermarke und dies kann man proaktiv mittels klaren Absprachen \/ Planungen positiv steuern. Aber bitte die Linienkollkegen einbeziehen, denn sonst wird aus dem guten Vorsatz ein Desaster. Die Zeiten in welchen bestens geeignete Kandidaten geduldig auf die Unternehmungen warten sind definitiv vorbei. Wer agil und und gut vorbereitet in die Sommer-Rekrutierungszeit steigt hat einen klaren Wettbewerbsvorteil, denn es sind nicht alle potentiellen Kandidaten in Ferien!

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