"Talent Management mit Generation Y - und jetzt?"

Béatrice Benkler

Senior Consultant, Swissolution Human Capital AG

HILFE! Babyboomer sucht Millenial-Talent! Die Einen leben um zu Arbeiten und die Anderen verbinden Arbeit und Leben. Was für eine Herausforderung für den Recruiter! Die Evaluation von Talenten der Generation Y erfordert mehr, als nur das klassische Kompetenz- und Persönlichkeitsprofil des Chefs zu erfüllen. Es geht VOR der Evaluation darum, die Linie über die etwas andere Weltansicht der Gen Y aufzuklären und wir sollten uns überlegen, wie diese Talente angesprochen werden möchten.

Monika Keller

Owener, Rauszeit Agentur GmbH, Basel

Verfolgt man die Megatrends und Medien ist die Individuelle Freiheit für die Gen-Y sehr wichtig. Sie wünscht sich mehr Zeit für Familie oder Hobbies. Die Gen-Y unterscheidet sich vor allem im Lebensstil von ihren Vorgänger-Generationen. Treiber unserer jungen Talente sind Eigenständigkeit, Selbstverwirklichung und eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Ganz nach dem Motto «Glück statt Geld». Die Gen-Y ist unter anderen Bedingungen aufgewachsen und sieht deshalb die Arbeitswelt mit anderen Augen. Sie lebt nach dem „Sowohl-Als-Auch-Prinzip“ und ist es gewohnt, mehrere Sachen gleichzeitig zu machen und zu wollen. „Multigrafien“ mit Umwegen und Neuanfängen und damit verbunden kürzeren Anstellungen sind heute schon Realität. Darauf müssen Unternehmen reagieren, wenn sie als Arbeitgeber attraktiv bleiben und Mitarbeiter aus dieser Generation binden wollen. Die Wünsche der Gen-Y zu ignorieren, bedeutet, auf die besten Köpfe von morgen zu verzichten. So kann z.B. eine Auszeit zwischen dem einen und dem anderen Job ganz nützlich sein um die Batterien wieder aufzuladen. Eine gute Möglichkeit, sich Zeit für Familie oder Hobbies zu nehmen und/oder sich Gedanken über den nächsten Job zu machen. Immer mehr Arbeitgeber sind bereit Auszeiten zu unterstützen, oft mit unbezahltem Urlaub. Firmen die schon seit langem Auszeiten aktiv unterstützen, bestätigen, dass es ein Gewinn sei für beide Seiten – ein klarer Wettbewerbsvorteil also. Das «Sowohl-als-auch-Prinzip» scheint die Lösung zu sein. Attraktive und erfolgreiche Arbeitgeber sind mutig, kreativ und legen Wert auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeitenden!

Markus Gwerder

Human Resources Manager Switzerland, AbbVie AG

Die Generation Y stellt sehr hohe Ansprüche an Arbeitgeber. Dynamisch, innovativ, technologisch auf dem neuesten Stand, sozial engagiert usw. soll der Arbeitgeber sein, dabei auch interessante, vielseitige und herausfordernde Tätigkeiten, flexible Arbeitszeitmodelle und Karrieremöglichkeiten anbieten. Gleichzeitig müssen sich die Unternehmen einem immer härteren Konkurrenzkampf und Innovationsdruck stellen. Um dies alles unter einen Hut zu bringen, benötigt es neue und flexible Talent Management Ansätze, welche mehr auf Erfahrungen stützen, welche in Projekten und nicht in Funktionen/Rollen erworben wurden. Man könnte sich hier eine Zukunft von Mitarbeiterpools mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten vorstellen, die aufgabenbasiert auf Aufgaben zugeordnet werden und somit ein klassisches Rollen denken obsolet machen würden (analog einem Projektleiterpool und vorhandenen Projekten). Im Gegensatz dazu könnte man sich auch vorstellen das Talent Management auf einige wenige Key Funktionen zu beschränken und für Standardaufgaben benötigten Ressourcen jeweils gezielt von aussen für eine befristete Zeit einzukaufen. Die Zukunft wird zeigen, wie der Anpassungsprozess funktionieren wird und welche Arbeitsmodelle sich durchsetzen werden.

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